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Neubau Grundbuchamt Greifswald: Ein Baukörper spiegelt die klare Funktionsstruktur seiner Nutzung wider
von Maik Buttler | 20.10.2015
Neubau Grundbuchamt Greifswald
Die wechselvolle Geschichte lässt sich in der übernommenen Bausubstanz noch teilweise ablesen, gibt aber wesentlichen Aufschluss über die historische Entwicklung. 1857 wurde mit dem Bau des Schwurgerichtes nach den Plänen des Acad. Baumeisters Gustav Emil Beneditus Müller begonnen. Interessanterweise wird das neue Schwurgericht als ein klassischer, fast villenartiger Solitär, vergleichbar einem Theater- oder Bühnenhaus aus dieser Zeit, ganz frei und zurückgesetzt in der Mitte des Grundstücks zwischen Domstraße und Wallanlagen angeordnet, sodass die Domstraße keine weitere Blockrandbebauung in Verlängerung der Universitätsgebäude erhält.

Der Neubau des Grundbuchamtes wird als Anbau an das vorhandene Bestandsgebäude im Bereich des ersten historischen Flügels des Ursprungbaues axialsymmetrisch in Nord-Süd-Richtung angelagert. Städtebaulich und inhaltlich fügt es sich damit in die historische Gesamtfigur, welche sich aus dem Ursprungbau von 1826 entwickelt hat, ein. Der Neubau ist funktional, bautechnisch aber auch städtebaulich vom Bestand abgelöst und bildet damit einen zeitlich und räumlich zäsierten Baukörper gegenüber der historischen Struktur.

Die Fassadentextur in gerosteten Stahlbekleidungen mit Teilabsetzungen in grau beschichteten Fassadenplatten nehmen ideal Bezug auf die Geschichte des Haftgefängnisses und auf das Tresoranaloge Sicherheitsbedürfnis der neuen Funktion sowie formal auf die Regalsysteme in den Archiven. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Fassadengestaltung ist das Zusammenspiel der Fassaden des Neubaus mit dem historischen Bestandsbau und seinen tief rotbraunen Klinkerflächen, mit denen der rotbraune rostige Stahl am Grundbuchamt eine besondere Ensemblebildung ergibt. Der Farbton zieht die unterschiedlichen Gebäudeteile zusammen, während das Material des Neubaus diesen als moderne Zutat kennzeichnet.

Die Baukörperstruktur spiegelt die klare Funktionsstruktur
des Grundbuchamtes wider.

Klar geschichtet und zoniert gleicht diese Struktur dem Regalsystem der Grundbuchanlage. Das Grundbucharchivbefindet sich im Kern des Gebäudes und bildet sich nicht nach außen ab. In den Fassaden spiegelt es sich in einem Rhythmus gleicher Fensterachsen wider, welches eine multifunktionelle Raumaufteilung und damit eine nachhaltige Langzeitflexibilität in den Büro- und Bearbeitungsstrukturen ermöglicht.
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